Davidoff

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Davidoff

Genf, jene Stadt an dem See, der sich nach ihr benennt, hat seit seiner Gründung, einmal bedingt durch die hier vorherrschende liberale Gesinnung, zum anderen durch seine Lage, später dann auch aufgrund des großzügigen Asylrechts, das in der Schweiz bis Anfang der 1940er Jahre herrschte — diese Stadt hat stets Menschen angezogen, die hier ihre Ideen und Überzeugungen zu verwirklichen suchten — so etwa Jean Cauvin, der als Johannes Calvin 1536 damit begann, Genf zur Hochburg der Reformation zu machen, so etwa auch etliche Emigranten, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit zunehmendem Maße die Stadt als Ziel wählten. Es waren jedenfalls nicht wenige, die in der Alpenrepublik Asyl suchten, weil sie in ihrem Heimatland von der dortigen Obrigkeit verfolgt wurden, auch solche, die aufgrund kriegerischer oder politischer Wirren ihre Existenz gefährdet oder ihre Zukunft verbaut sahen. Darunter war auch ein gewisser Hillel Davidoff, der 1911 seine Heimatstadt Kiew verlassen hatte, um als Jude nicht den Pogromen des Zaren ausgesetzt zu sein.

Eine beschwerliche, drei Monate dauernde Odyssee führte den gebürtigen Ukrainer mit seiner Familie schließlich nach Genf. Hier eröffnete er in der Nähe des Boulevards des Philosophes ein Geschäft und tat das, was er schon in Kiew getan hatte: Bestand dort seine Arbeit, vielmehr die der gesamten Familie, im Auswählen, Zuschneiden und Mischen edler Tabake ausgesuchter Orient-Provenienzen, um dann die verschiedenen Tabakkompositionen zu Zigaretten zu verarbeiten, so kreierte er auch hier Tabakmischungen, jedoch nicht nur für Zigaretten, sondern auch für Pfeifen. Schon bald lehrte Hillel Davidoff auch seinen Sohn Zino, der bei der Ankunft in Genf ganze fünf Jahre alt gewesen war, spezielle Mischungen zusammenzustellen. Im Jahre 1924 zog es den jungen Zino Davidoff nach Schulende in die großen Tabak produzierenden und Zigarren herstellenden Länder Lateinamerikas. Über Argentinien gelangte er in die Mata Fina, das Herz des brasilianischen Tabakanbaus, um sich schließlich auf Kuba umzusehen, dem »Mutterland der Zigarre«. In den fünf Jahren, die Zino Davidoff in Übersee verbrachte, lernte er nicht nur die Geheimnisse und das Wesen des Tabaks von Grund auf kennen, indem er das kleine und große Einmaleins sowohl des Anbaus, des Trocknens und des Fermentierens als auch des Mischens und Degustierens studierte, sondern auch die hohe Kunst der Zigarrenherstellung, indem er etwa den Torcedores — vor allem jenen in der Fabrik "Hoyo de Monterrey" — bei ihrer Arbeit über die Schulter schaute. Im Jahre 1929 in die Schweiz zurückgekehrt, eröffnete er zunächst in Lausanne einen Tabakladen, ehe er sich drei Jahre später in Genf niederließ. Schwerpunkt des Geschäfts war eine Zigarrenabteilung, zu der auch ein Feuchtekeller zur fachgerechten Lagerung der Zigarren gehörte. Es war weltweit der erste dieser Art. Seit dem Tag seiner Rückkehr unterhielt Zino Davidoff einen regen Kontakt zu Kuba, und der Jungunternehmer begann bald damit, Havannas zu importieren. Je mehr sich nun in den Folgejahren dieser Kontakt verfestigte, desto höher wurden auch die Einfuhrraten. Und als der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war und unzählige Havannas in einem französischen Zollfreilager darauf warteten, ihrer Bestimmung zugeführt zu werden, war es der umtriebige Ukrainer, der auf Wunsch Kubas den Vertrieb dieser begehrten Produkte hervorragender Zigarrenrollerkunst übernahm.

So kam es schließlich, dass mit Beginn des Jahres 1940 der davidoffsche Laden — er befand sich jetzt in der Rue du Marché — weltweit der einzige war, der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Havannas auf Lager hatte. Es dauerte dann nicht mehr lange und die Stadt im Schatten des MontBlanc-Massivs wurde zum Mekka von Zigarrenfreunden aus aller Welt. Und als der Kosmopolit ukrainischer Herkunft im Jahre 1946 in Anlehnung an die Serie »Cabinet« seiner geliebten »Hoyos de Monterrey« die Zigarrenserie »Château« für die kubanische Traditionsmarke ins Leben rief, deren Formate er nach einigen der am meisten gesuchten »Grand Crus« aus dem Bordelais benannte, wurde der Name Davidoff, der bis dato lediglich unter Aficionados zur festen Größe geworden war, auch in anderen Kreisen ein Begriff. Noch heute trauern ältere Havanna-Liebhaber jener Serie »Chateau« nach, deren Formate mit den Zusatzbezeichnungen »Haut Brion«, »Lafite«, »Latour«, »Margaux« und »Yquem«, der späteren »Château Mouton-Rothschild«, das Nonplusultra dessen darstellten, was die Stätten kubanischer Zigarrenfabrikation verließ — allein schon beim Erwähnen der Namen wurden nicht wenige Aficionados unruhig und verdrehten vor Wonne die Augen, erst recht, wenn sie sich eine »Château« anzünden konnten. Später kam noch die »Dom Pérignon« hinzu, eine »Double Corona«, für deren Herstellung Jahr für Jahr ausgesuchte Tabakblätter aus sechs verschiedenen Erntezeiten verwendet wurden — nach Meinung vieler Tabakexperten die beste Zigarre, die jemals zu erwerben war (und die nicht nur deshalb schon heute eine Legende ist). Gut 20 Jahre nach der Geburt besagter großer Serie unterbreitete »Cubatabaco«, jene staatliche Gesellschaft, die seit 1966 für die gesamte Tabakindustrie Kubas verantwortlich zeichnete, im Jahre 1968 dem gebürtigen Ukrainer den Vorschlag, eine Havanna-Marke unter seinem Namen zu gründen. Davidoff galt zu der Zeit nicht nur als der weltweit größte Havanna-Händler, sondern auch als der Zigarrenkenner überhaupt. Der Anstoß zu diesem nicht alltäglich zu nennenden Angebot implizierte wohl Anerkennung wie Dankbarkeit, denn es war Zino Davidoff, der den Kubanern stets die Treue gehalten und sich über die Jahre mit all seiner Persönlichkeit für die Havanna eingesetzt hatte — insbesondere in der Zeit, in der Produktion und Absatz jener »Königin der Zigarren« ständig abnahm, nachdem die Ankündigung Castros, mit der »Siboney« nur noch eine einzige Marke herzustellen, bei den in Kuba verbliebenen Tabacaleros einen regelrechten Schock ausgelöst hatte, der schließlich zu einem Trauma geworden war. Gott sei Dank hatte jenes Trauma nicht lange angehalten, denn der damalige Ratschlag Davidoffs, die alten Marken zu bewahren, sich deren Aura, ja deren Magie zu bedienen — Attribute, die mit Namen wie "Romeo y Julieta""Partagás" und "Hoyo de Monterrey" verbunden waren — dieser Ratschlag hatte bei den seinerzeit Verantwortlichen einen allmählichen Sinneswandel hervorgerufen. Schließlich war das Thema »Siboney« zu den Akten gelegt worden. Das Trauma wich, und Träume kamen auf — die Tabacaleros hofften wieder auf eine bessere Zukunft. Ob nun jene angesprochene Dankbarkeit schließlich zu dem besagten Angebot geführt hat, kann heute nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden. Das ist auch nicht von elementarer Bedeutung. Wichtig ist, dass dieses Angebot auf dem Tisch lag, und Fakt ist, dass Zino Davidoff es annahm. In welchem Maße nun der große Connaisseur mit der Zeit Einfluss nahm auf die Auswahl der einzelnen Blätter, auf deren Fermentation und Weiterverarbeitung bis hin zur Zusammenstellung der jeweiligen Mischungen, ja bis hin zur ständigen Qualitätskontrolle — darüber gibt es wieder die unterschiedlichsten Aussagen. Heißt es auf der einen Seite, Davidoff habe auf jeden Arbeitsschritt Einfluss genommen, so heißt es dann wiederum, zwar habe Davidoff seine Vorstellungen äußern dürfen, doch sei das auch schon alles gewesen. Es ist müßig, diesem Aspekt näher auf den Grund zu gehen, denn interessant ist letztendlich nur das, was die Ehe zwischen den kommunistischen Genossen und dem kapitalistischen Epikureer hervorgebracht hat. Es konnte sich jedenfalls mehr als sehen lassen, was an Havannas unter dem Namen »Davidoff« — gefertigt übrigens in der berühmten Fabrik »El Laguito« — bald auf den Markt kam. Da waren es zunächst die beiden Formate »Davidoff No. 1« und »Davidoff No. 2« sowie die "Ambassadrice", ein »Cigarillo«, die für Furore sorgten, zu denen sich dann noch die Formate der Serie »Thousand« gesellten. Wer von den Liebhabern edler Havanna-Zigarren zu diesem Zeitpunkt noch nichts von »Davidoff« gehört hatte, dem war wohl nicht mehr zu helfen, vor allem dann nicht, nachdem »Davidoff«, ausgehend von seinem nunmehrigen Stammsitz in der Genfer Rue de Rive, dazu überging, in den Metropolen der Welt eigene Geschäfte zu eröffnen. Diese Expansion ist in erster Linie auf das Werk eines Mannes zurückzuführen. Sein Name: Dr. Ernst Schneider. Der langjährige Freund und Vertraute Zino Davidoffs, damals wie heute Leiter der »Oettinger-Gruppe«, übernahm 1970 das davidoffsche Geschäft in Genf. Es war eine ideale Hochzeit, die die beiden Aficionados da eingegangen waren — wie die darauf einsetzende Hoch-Zeit der »Davidoff«-Produkte eindrucksvoll belegt.

»Oettinger« konnte zu dieser Zeit auf eine fast 100-jährige Tradition im Tabakgeschäft zurückblicken. 1875 in Basel von Max Oettinger gegründet, hatte sich das Unternehmen — sein Stammsitz ist noch heute in der Stadt am Dreiländereck zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland zu finden — in erster Linie auf den Import, den Vertrieb und den Verkauf (auch in eigenen Geschäften) von Zigarren, Zigarillos, Zigaretten, Rauch- und Schnupftabak konzentriert, bot außerdem Raucherbedarfsartikel an, vor allem Pfeifen und Feuerzeuge. Wie schon angedeutet, begann mit der geschäftlichen Ehe der beiden Unternehmen nicht nur eine neue Ära des Hauses »Davidoff«, sondern auch eine sehr erfolgreiche. Der Name »Davidoff«, Synonym für erstklassige Havanna-Zigarren, stand bald auch für Luxusartikel im Bereich Kosmetik und Mode (um nur zwei Felder zu nennen, die die Schweizer bearbeiteten). Das alles war nicht nur im Genfer Hauptgeschäft zu bekommen, sondern mit der Zeit auch in weiteren Geschäften, die unter der Regie Dr. Ernst Schneiders unter anderem in Amsterdam, Berlin, London und Moskau sowie in Hongkong, New York, Singapur, Tokio, ja selbst in Peking ihre Pforten öffneten, um für das Publikum erlesene Produkte bereitzuhalten. Bei all dem kam die Liebe zur Zigarre jedoch nicht zu kurz. So erblickte im Jahre 1977 die Marke "Zino" das Licht der Welt [...]. In Honduras gefertigt, waren die Zigarren nicht zuletzt mit Blick auf den US-amerikanischen Markt kreiert worden, denn — Ironie der Weltläufe — in den US-Geschäften von »Davidoff« konnten aufgrund des unseligen US-Embargos gegenüber kubanischen Produkten keine Havannas verkauft werden, auch nicht die, auf deren Bauchbinden der Name »Davidoff« zu lesen war. Mittlerweile sind auch in den Vereinigten Staaten all jene »Davidoffs« zu kaufen, die in Europa sowie in den anderen Teilen der Welt zu haben sind. Das liegt nicht etwa an der zwischenzeitlichen oder beschränkten Aufhebung des US-Embargos gegenüber einem Teil der kubanischen Erzeugnisse, denn diese Wirtschaftssanktion, Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges, besteht nach wie vor; nein, das liegt schlicht und einfach in einem anderen, nahezu banalen Umstand begründet: Es gibt keine »Davidoffs« mehr, die in Havanna gefertigt werden. Im Jahre 1988 kam es nämlich zum endgültigen Bruch von »Cubatabaco« und »Davidoff«, als im September der Vertrag zwischen beiden Seiten nicht mehr erneuert bzw. von »Davidoff« aufgekündigt wurde. Natürlich schoben sich beide Seiten die Schuld zu, für das Ende der Zusammenarbeit verantwortlich zu sein. Es ist müßig, an dieser Stelle den Ursachen für jene Trennung auf den Grund zu gehen, um dann am Ende zu konstatieren, welche Seite denn nun die größere Schuld treffe. Sehr diplomatisch verhielt sich jedenfalls Zino Davidoff selbst im Hinblick auf diese für überzeugte Havanna-Anhänger wenig erfreuliche Entwicklung. Auf die Frage, warum denn der Bruch zustande gekommen sei, antwortete er mit der Weisheit eines Mannes, der in seinem langen Leben schon so manchen Sturm überstanden hat: »Ich hatte eine gute Ehe mit Kuba. Sie dauerte viele Jahre. Aber nun war es Zeit für eine Veränderung. Ich fand eine jüngere, schlankere Lady — also habe ich mich neu verheiratet.« Zurück zu den Fakten, zu Nachvollziehbarem, zu etwas, das nicht auf Sand gebaut ist. Fakt Nummer 1 in diesem Fall: 1991 erfolgte die weltweite Einführung einer neuen Generation von jenen Zigarren, die den Namen »Davidoff« tragen, hergestellt in der Dominikanischen Republik unter der fachkundigen Aufsicht Hendrik Kelners, des Leiters von »Tabacos Dominicanos S. A.«, kurz »Tabadom« genannt. Fakt Nummer 2: Die dominikanischen »Davidoffs« waren und sind nicht mit denen zu vergleichen, die in Havanna hergestellt wurden. Da die Santo-Domingo-Tabake — aus ihnen wird der Wickel der »Davidoffs« geformt — im Durchschnitt bedeutend milder sind als die kubanischen, weisen auch die hieraus gemachten Zigarren nicht die Stärke auf, die den überwiegenden Teil der Havannas kennzeichnet. Hieraus jedoch einen Qualitätsunterschied ableiten zu wollen ist äußerst problematisch. Zigarren aus Kuba sind einfach nur anders als etwa Zigarren aus der Dominikanischen Republik oder aus Honduras oder aus Nicaragua. Es käme ja auch niemand auf die Idee, einen fruchtig-spritzigen Riesling von der Mittelmosel mit einem körperreichen, wenig Säure aufweisenden Ruländer aus dem Badischen zu vergleichen. Fakt Nummer 3: Von der Qualität her gehören die dominikanischen »Davidoffs« zum absolut Besten, was auf dem Zigarrenmarkt angeboten wird. Das äußert sich vor allem im hervorragenden Brand- und Zugverhalten — was auf eine tadellose Arbeit der Torcedores schließen lässt — sowie in der Entwicklung der feinwürzigen Aromen, die während des Rauchens freigegeben werden. Und das wiederum weist auf die sorgfältige Aufzucht und zuvor getroffene Auswahl der Tabakblätter sowie der dann vorgenommenen Komposition der verschiedenen Blätter hin.

Letztendlich kann ein Torcedor noch so gut sein — wenn er mindere Qualität verarbeiten muss, wird das daraus resultierende Produkt später wohl kaum im Premium- Bereich anzusiedeln sein. Es ist also vor allem eines, was die »Davidoffs« auszeichnet: Sie sind von einer erlesenen Qualität, wobei diese Qualität — und das ist vielleicht noch wichtiger — stets gleich bleibend ist. Den hohen Standard bei der davidoffschen Qualitätskontrolle mag deshalb die frühere Aussage eines Verantwortlichen bei »Tabadom« unterstreichen: „Ich denke, >Davidoff< ist die wohl einzige Firma, die mehr Zigarren zurückweist, als sie annimmt.ˮ Als »Davidoff« 1991 mit seinen dominikanischen Zigarren auf den Markt kam, waren es, wie gesagt, andere Zigarren — Zigarren, an die sich so mancher, der bisher »Davidoff«, also Havannas, geraucht hatte, zuerst gewöhnen musste. Bekannt dagegen waren einige Formate der »Neuen«: Die »Davidoff No. 1«, die »Davidoff No. 2« und die »Ambassadrice« behielten ihre bisherigen Maße wie Bezeichnungen bei und wurden ergänzt durch die »Davidoff No. 3« und die »Tubos«. Auch die »Châteaux« blieben erhalten, mutierten jedoch zu "Grand Crus", während die Formate der Serie »Mille«, bis 1977 unter dem Namen »Thousand« bekannt, ebenfalls ihre Größen beibehielten. Mit der Zeit gesellten sich dann noch die Serien "Aniversario""Exquisitos" und »Special« hinzu, wobei letztere eine Referenz an die Ära der Belle Epoque ist, als »Torpedos« en vogue waren. Komplettiert wird die »Special«- Reihe unter anderem durch die »Special C«, eine »Culebra«, die bekanntlich aus drei in sich gedrehten »Panatelas« besteht. Als vorläufig letzte Serie vervollständigen die "Millennium Blends" die Angebotspalette von »Davidoff«, eindeutig die Zigarren, die das stärkste Aroma aufweisen — und somit auch für diejenigen Aficionados äußerst interessant sind, die starke Zigarren bevorzugen. Zino Davidoff wäre nicht Zino Davidoff gewesen, wenn er nicht bei der damaligen Auswahl der Anbaugebiete in der Dominikanischen Republik ein gewichtiges Wort mitgeredet hätte. Auf diesen Flächen werden die Tabakpflanzen für die »Davidoffs« auch heute noch angebaut, und auch die geernteten und fermentierten Blätter lagern die Tabaqueros nach wie vor drei bis sieben Jahre, ehe für die Herstellung der Zigarren verschiedene Ernten herangezogen und begutachtet werden, um dann die jeweiligen Kompositionen für einzelne Serien vorzunehmen. All dies garantiert die Beständigkeit von Aroma und Geschmack sowie das optimale Brandverhalten der »Davidoffs«. Mittlerweile haben die Leute von »Davidoff« nicht nur ein gewichtiges Wort bei der gesamten Herstellung in der Dominikanischen Republik mitzureden, sondern tragen hierfür die Verantwortung, denn inzwischen ist die ehemalige »Tabadom« in der »Oettinger Davidoff Group« aufgegangen. Somit ist »Davidoff« der weltweit einzige Hersteller von Premium-Zigarren, der durch seine vertikale Struktur vom Anbau bis zum Verkauf den »Werdegang« einer jeden Zigarre kontrolliert und in den verschiedenen Phasen Einfluss nehmen kann, wenn es notwendig erscheint. Die Aromabreite der »Davidoffs« reicht von mild bis stark, wobei die Zigarren der Standardserie die mildesten sind, gefolgt von den jeweils etwas stärkeren der »Mille«- sowie der »Aniversario«-Serie, während die gehaltvollen »Grand Crus« eine Fülle von Geschmack und Aroma freigeben, ebenso wie die Formate der jüngsten Serie, der »Millennium Blend«. Die »Specials« wiederum haben Tabakmischungen, die auf Komponenten der Serie »Grand Cru« basieren. Was in Genf mit dem Zusammenstellen von Tabakmischungen für Zigaretten und Pfeifen in einem Hinterzimmer eines kleinen Ladens begann, hat sich mittlerweile zu einem international agierenden Unternehmen entwickelt, das mit seinen gut 25 Niederlassungen und über 50 »Flagship Stores« weltweit präsent ist, mehr als 2700 Mitarbeiter beschäftigt (wovon etwa 1100 allein in der Dominikanischen Republik tätig sind) sowie über rund 500 Depositäre seine Produkte anbietet. Die
Produkte: Das sind nicht nur jene Premium-Zigarren, deren Qualität von Experten wie Genießern hochgelobt wird, nicht nur Zigaretten, sondern auch Erzeugnisse wie Cognac, ferner Artikel wie Krawatten nebst den dazu passenden Accessoires, auch Produkte wie Brillen, zu denen sich noch verschiedene Kosmetikartikel sowie eine Lederkollektion gesellen, wobei sämtliche Produkte durch das Etikett »Davidoff« auf der Ebene des Exklusiven angesiedelt sind. Das ist ganz im Sinne des 1994 im 88. Lebensjahr verstorbenen Zino Davidoff, der stets das Savoir-vivre predigte und auch als dessen Apologet wie kein Zweiter diese (feine) Lebensart verkörperte. Und hier schließt sich der Kreis zu seiner zweiten Heimatstadt, zu Genf. Wie einst Calvin in dieser Stadt eine Epoche gestaltete — den Aufbau eines
vollkommen reformatorisch durch gestalteten Stadtwesens — und durch seine Tätigkeit, seine Lehre und seine Schriften Einfluss auf die Entwicklung neuer demokratischer Strukturen nahm, eine Entwicklung, die bis in unsere Zeit geht, so war auch Zino Davidoff entscheidend daran beteiligt, den Weg für ein neues Zeitalter zu bereiten — das des Lebensgenusses, der Eleganz, des Luxus. Man mag die Entwicklung, zu der Zino Davidoff maßgeblich beigetragen hat, begrüßen, man mag diese Entwicklung für schädlich halten, man mag sie ignorieren — leugnen kann man sie nicht. Und so ist für viele Connaisseure eine Zigarre von »Davidoff« nach wie vor ein Synonym für gehobene Lebensart, stellt doch zum Beispiel der Genuss einer "Double R" die Krönung eines opulenten Mahls dar — und warum sollte dieser Genuss nicht jemandem gegönnt sein, der sich eine »Davidoff« anzündet, auch wenn ein Zeitalter der Toleranz noch nicht in Sicht ist?

Vefasst von Dieter Wirtz aus "Das Zigarren Handbuch"

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