Dunhill

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Dunhill Der Name »Dunhill« steht für Rauchen schlechthin. Ob Accessoires, Pfeifentabak, Zigaretten, ob Zigarren und Zigarillos — »Dunhill« hat den gepflegten Umgang mit dem blauen Dunst entscheidend mitgeprägt. Das trifft natürlich auch für den Bereich der Zigarre zu. Nachdem Alfred H. Dunhill schon seit Ende des 19. Jahrhunderts Zigarren anbot, fing der eigentliche Aufschwung in diesem Bereich jedoch erst 1907 an, als er in der Londoner Duke Street sein Zigarrenlager einrichtete. Zwar gab es dort keine begehbaren Humidore, dafür aber Räume, die mit Zedernholz ausgekleidet waren und vor allem auf Zigarren aus Kuba warteten, die nach ihrer Ankunft aus Übersee für etwa ein Jahr hier reifen konnten, bevor sie angeboten wurden.
Qualität, so erkannte der Connaisseur in Sachen Tabak, war die beste Grundlage für ein Geschäft, das eine erlesene Kundschaft zu bedienen hatte. Von dieser Maxime ließ sich auch ein Winston Churchill beeindrucken, der bald zum bekanntesten Kunden des dunhillschen Ladens in der Duke Street wurde. Da Alfred Dunhill praktisch mit Beginn unseres Jahrhunderts die begehrten Havannas in immer größeren Stückzahlen orderte, nahm es nicht wunder, dass »Cubatabaco«, jene staatliche kubanische Tabakgesellschaft, auch ihm vorschlug, Havannas unter seinem Namen herstellen zu lassen, nachdem die Kubaner dieses Angebot einige Wochen zuvor schon Zino Davidoff unterbreitet hatten. Wie der Schweizer, so reagierte auch der Engländer auf jene Offerte positiv, und so gab es 1968 die ersten Havannas zu kaufen, auf deren Bauchbinden »Dunhill« zu lesen war, gefertigt zum größten Teil in der "Romeo y Julieta"-Fabrik. Gut 20 Jahre funktionierte die Ehe zwischen den Kubanern und jenen beiden Europäern, die längst zum Synonym für kultiviertes Rauchen geworden waren. Doch dann kam es erneut zur Duplizität der Ereignisse: Nahezu zeitgleich verschlechterten sich die Beziehungen zwischen »Cubatabaco« und "Davidoff" wie »Dunhill«, und nahezu zeitgleich hörten beider Geschäftsbeziehungen mit den Kubanern auf zu existieren. Wie »Davidoff« nahm auch »Dunhill« die Ausmusterung des Havanna-Sortiments vor. Nun ist ein Unternehmen wie »Dunhill« ohne Zigarren, die die Bauchbinde des weltweit präsenten Markennamens tragen, einfach nicht denkbar, und so gibt es natürlich wie ehedem Zigarren zu kaufen, die unter dem Namen »Dunhill« angeboten werden.
Schon seit längerem gibt es drei Serien: "Dunhill Aged Cigars" aus der Dominikanischen Republik, »Dunhill Honduran Selection«, die auch in dem Land zwischen Guatemala, Nicaragua und El Salvador gefertigt wird, sowie »Dunhill Mild« aus den Niederlanden, wobei es sich hier um klassische Shortfiller nach bester holländischer Tradition handelt. Interessant bei den »Aged Cigars« ist die Einlage: Während Piloto Cubano und Olor Dominicano Tabake sind, die sehr häufig in der Dominikanischen Republik gezogen werden, findet, was recht selten ist, als dritte Komponente ein Brasil-Tabak Verwendung, der ebenfalls im östlichen Teil Hispaniolas kultiviert wird — Grundlage für Zigarren, die ein mildes bis mittleres Aroma aufweisen und die darüber hinaus in ihrer Machart sehr hohen Ansprüchen genügen. Sind die »Dunhill Aged Cigars« gerollt, werden sie in dunklen, mit Zedernholz getäfelten Räumen gelagert, in denen sie mindestens 90 Tage ruhen und reifen. Dabei trägt das Zedernholz zu einer feinen Harmonie von angenehmer Feuchtigkeit, aromenreichem Duft und ausgereiftem Geschmack bei, was sich auf das Rauchen wohltuend auswirkt. Ebenfalls gut in der Machart, sprechen die Zigarren der Serie »Dunhill Honduran Selection« dagegen den Raucher an, der es etwas stärker liebt. Seit einigen Jahren wird diese Serie im honduranischen Esteli gefertigt, wo »Dunhill Tobacco of London« eine Tabakmanufaktur hat errichten lassen. Mit einem ausgewogenen Geschmack, versehen mit einer würzigen Note, sprechen diese Zigarren, wie schon gesagt, eher den etwas erfahreneren Aficionado an. Seit Beginn des Jahres 2005 ist die jüngste Serie des Londoner Nobelhauses auf dem Markt: Die "Dunhill Signed Range Cigars" sind von der Stärke her den »Aged Cigars« vergleichbar und überzeugen durch eine hervorragende Machart sowie eine harmonische Komposition. Interessant: Jede Zigarrenkiste trägt die Unterschrift des verantwortlichen Zigarrenrollers und des jeweiligen Qualitätsprüfers, sodass bei Beanstandungen zurückverfolgt werden kann, wer seine Arbeit nicht hundertprozentig erledigt hat. Das ist für die einzelnen Mitarbeiter weniger Belastung als vielmehr Ansporn. Interessant ist auch einer der drei Tabake, die in der Einlage für die milde Würze der Zigarren sorgen. Der Cubita ist eine Pflanzenart, bei deren Züchtung auch auf Samen zurückgegriffen worden ist, die ursprünglich aus Kuba kommen und die vornehmlich in Südamerika anzutreffen sind. Für die »Signed Range« wiederum wird auf einen Cubita vertraut, der in El Carmen wächst, einer Region im Nordwesten Kolumbiens.
Verfasst von Dieter Wirtz aus "Das Zigarren Handbuch"

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