H. Upmann

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H. Upmann Zwei deutsche Bankiers namens Hupmann gründeten bereits im Jahr 1844 die heutzutage weltbekannte Marke. Sie gehörten zu den ersten, die wunderschöne Zedernholzkisten zur Verpackung der Zigarren sowie eigenhändig unterschriebene Garantiezertifikate zur Vermeidung von Fälschungen benutzten. H. Upmann Zigarren haben einen sehr charakteristischen eigenen Stil; sie sind als mild bis mittelkräftig einzustufen. Sämtliche Tabake stammen aus dem Vuelta Abajo in der Region Pinar del Rio, der bekanntesten Region der Welt zum Tabakanbau.

"Wer relativ milde Zigarren liebt und dabei nicht auf den typischen Geschmack einer Havanna verzichten möchte, der ist mit den meisten Formaten der Marke »H. Upmann« bestimmt gut bedient. Das »H« des Markennamens steht für Hermann, und »Upmann« verweist auf eine europäische Bankdynastie. Hermann Upmann war ein Spross dieser Dynastie, und wie es sich für Nachkommen einer solchen Familie gehört, gehorchte er der Tradition: Er schlug eine Karriere als Bankier ein. Ob er seinen Beruf mit Verve ausübte, ist nicht bekannt, wohl aber das Wissen um eine Leidenschaft, von der er nicht lassen konnte: gute Zigarren. Als nun im Jahre 1840 die Pläne seiner Bank, eine Zweigstelle in Havanna zu eröffnen, konkrete Formen annahmen, hatte auch unser Connaisseur genaue Vorstellungen von seiner weiteren Zukunft. Noch im selben Jahr suchte Hermann Upmann Tag für Tag seinen Schreibtisch in der neuen Bankfiliale auf und nahezu Tag für Tag sah man ihn in Zigarrenläden oder traf ihn auf Tabakplantagen oder beobachtete ihn, wie er sich mit Leuten unterhielt, die gleich ihm Zigarrenrauchen als Passion hatten.
Bei all seinen Aktivitäten vergaß der Liebhaber guter Havannas jedoch nicht seine Zigarrenfreunde in der Heimat. Kontinuierlich versorgte er sie mit den wohlschmeckendsten und wohlriechendsten Zigarrenprodukten, die er erwerben konnte. Wenn eine Sache einmal in Gang gekommen ist und die daraus resultierende Spirale sich immer schneller dreht, dann setzt meist eine Entwicklung ein, die sich ihre eigenen Gesetze schafft. So auch in diesem Fall. Es kam, wie es kommen musste: 1844 gründete der Bankier Upmann seine eigene Zigarrenfabrik, und schon bald darauf erfreuten sich die »H. Upmanns« allgemeiner Beliebtheit. Die Entstehung einer Zigarrenmarke, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann, sowie das Auf und Ab der Personen und Fabriken, die mit der jeweiligen Marke in Verbindung gebracht werden, waren schon immer der Stoff für Geschichten und Legenden. So verhält es sich auch mit dem wechselvollen Werdegang der »H. Upmann«. Denn es ist keineswegs sicher, ob die oben erzählte Geschichte in allen Punkten der Wahrheit entspricht. Jedenfalls wird sie des Öfteren so kolportiert. Das macht sie natürlich nicht »wahrer«, doch unzweifelhaft ist es eine schöne Geschichte. In einer anderen Version finden sich einige Besonderheiten, die mit bestimmten Merkmalen der ersten übereinstimmen, doch unterscheidet sich diese Version hinsichtlich der Gründer in einem wesentlichen Punkt von der obigen Geschichte. Danach soll es sich um ein deutsches Bruderpaar gehandelt haben, das nach einem längeren Kuba-Aufenthalt nichts anderes zu tun hatte, als in Havanna einen Zigarrenladen zu eröffnen, um bald darauf eine Zigarrenmarke ins Leben zu rufen, zu der natürlich auch eine Fabrikationsstätte gehörte — und so wurde bald auch die notwendige Fabrik gegründet. Ein Jahr später erhielten die Brüder Unterstützung in Gestalt eines neuen Gesellschafters, eines gewissen Enrique Claufsen, ebenfalls ein Deutscher. Zigarre, Laden und Fabrik brauchten natürlich einen Namen. Und genauso natürlich bot es sich an, den Familiennamen des Bruderpaars heranzuziehen — die »H. Upmann« war geboren. Allerdings: Das »H« leitete sich nicht aus dem Vornamen eines der beiden Brüder ab, sondern war Teil des Nachnamens — und der lautete »Hupmann« (und nicht »Upmann«). Augustin und Hermann Hupmann wählten das »H« für Hermanos, den spanischen Ausdruck für »Brüder«, während sie beim »Nachnamen« der Marke auf das »H« verzichteten, das im Spanischen ja ohnehin nicht gesprochen wird. Hermann Hupmann hatte zwei Neffen, Alberto und German, und die wiederum waren erfolgreich im Bankgeschäft tätig. Als die beiden in Havanna die »Banco Comercial« gründeten, war es die Firma »H. Upmann«, die sich offiziell an diesem Geldinstitut beteiligte. Soweit zur Entstehungsgeschichte des Markennamens sowie der Verbindung der »Upmänner« zum Bankwesen. Was danach folgte, wird im Wesentlichen deckungsgleich überliefert. Die Geschäfte florierten, und zwar sowohl die des Bankhauses als auch die der (mittlerweile drei) Zigarrenfabriken. Wie hoch das Ansehen der Marke »H. Upmann« war, lässt sich allein schon mit den Ehrungen bezeugen, die sie zwischen 1855 und 1893 erhielt: Allein sieben Goldmedaillen, von denen noch heute sechs auf den Vistas der »Upmann«-Kisten abgebildet sind, verliehen in Paris (zweimal) sowie in London, Porto, Moskau, Wien und, letztmalig, in Chicago, zeugen von dem Ansehen der Marke zur damaligen Zeit (und natürlich auch von der Kunst ihrer vielen Väter).
Bis Anfang der 1920er Jahre begleitete jene erfolgreiche Symbiose von Kunst und Kommerz die »H. Upmann«. Doch dann zogen mit Beginn einer Wirtschaftskrise dunkle Wolken über Kuba auf. 1922 musste zunächst das Bankhaus schließen, bevor auch kurz darauf die Fabrik, die sich außerstande sah, für die Bankschulden aufzukommen, nicht mehr als überlebensfähig bezeichnet werden konnte. Es war die Londoner Firma »Frankau & Co.« (heute übrigens als «Hunters & Frankau« der größte britische Importeur von Havannas und Zigarren karibischer Herkunft), die die Fabrik übernahm. Die Briten, zwar mit dem Handel, nicht jedoch mit der Herstellung von Zigarren vertraut, verpachteten das Unternehmen an eine deutsch-spanische Gesellschaft, die die Firma weiterführte und die längst zu den großen Zigarrennamen zählende Marke hochhielt. Jene Pächter waren es auch, die eine Neuheit auf dem Gebiet der Verpackung einführten: die mit Zedernholz ausgelegte Aluminiumhülse. Gleichwohl hielt besagte Ehe nur 14 Jahre, denn den Pächtern fehlte das notwendige Kapital, um eine reibungslose Produktion auf hohem Quantitätsniveau zu gewährleisten. Schließlich kündigte »Frankau & Co.« 1936 den bestehenden Pachtvertrag und bald darauf übernahm die Firma »Menéndez y Garcia«, vormals als »Menéndez y Cia« bekannt, Fabrik und Name. Schon kurze Zeit später schrieb die Fabrik »H. Upmann« wieder schwarze Zahlen. Ein wesentlicher Grund lag in der Einführung einer neuen Marke, die nach ihrem Erscheinen zu einem wahren Höhenflug ansetzte — und die auch heute noch zu den ganz großen Havannas gezählt wird. Ihr Name: »Montecristo«. Dann, 1944, also genau 100 Jahre nach der Firmengründung durch die Upmanns oder Hupmanns, entstand in Alt-Havanna, genauer gesagt in der Calle Amistad, eine neue Fabrikationsstätte mit dem Namen »H. Upmann«, wodurch der immer stärker werdenden Nachfrage nach den verschiedenen Formaten der legendären Marke Rechnung getragen wurde. Bis zum heutigen Tag werden die »Upmanns« hier in Alt-Havanna hergestellt. Waren es bis vor wenigen Jahren noch rund 50 Vitolas, so sind es heute weniger als 20, die die Fabrik verlassen, wovon die »H. Upmann No. 2« und die »Magnum 46« wohl als die herausragendsten zu sehen sind."
Verfasst von Dieter Wirtz aus "Das Zigarren Handbuch"

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