Punch

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Punch Im Jahr 1840 wurde die Marke Punch von einem Herrn Stockmann, einem Deutschen, gegründet. Nach verschiedenen Besitzerwechseln zog die Produktion der Punch Zigarren in die Fabrik um, in der auch Hoyo de Monterrey Zigarren hergestellt wurden. Interessanterweise hatte sich die Marke einst im Besonderen der Vitola "Coronas Gorda" verschrieben - zwischenzeitlich existierten 6 verschiedene Zigarren mit identischen Abmessungen im Portfolio. Dies zeigt u.a., wie unterschiedlich Zigarren in Abhängigkeit der verwendeten Tabakmischung sein können. Aktuell sind nur noch 2 verschiedene Coronas Gordas geblieben. Punch Zigarren sind feinwürzig, mittelkräftig und lassen gewisse Holznoten erahnen.

"Es soll ein Deutscher gewesen sein, der diese beliebte Marke im Jahre 1840 ins Leben rief — allerdings noch nicht unter dem Namen, der schon wenig später auf eine der bekanntesten Havannas verweisen sollte. Dennoch ist die »Punch« — sieht man einmal von der »Cabaῆas« ab — nach der »Por Larrarῆaga« und der »Ramón Allones« die älteste Havanna-Marke, die heute noch hergestellt wird. Weil zu jener Zeit die kubanischen Zigarren gerade davor standen, ihren weltweiten Siegeszug anzutreten, und weil insbesondere Großbritannien als ein Markt galt, der als äußerst lohnend erschien, sannen ganze Heerscharen von Zigarrenmachern darüber nach, welche besonderen Anreize es geben könnte, um die Briten noch mehr als bisher für Havannas einzunehmen. Das taten auch die Verantwortlichen von jener Fabrik, die die oben erwähnten Zigarren herstellten. Schließlich erhielten sie unerwartete Hilfe aus dem Land, auf das sie ihr besonderes Augenmerk gerichtet hatten, aus England selbst. 1841 wurde dort nämlich eine satirische Wochenzeitschrift gegründet, und zwar mit dem Namen »Punch«, der sich wiederum auf die Titelfigur bezog: einen Harlekin, »Punch« geheißen (dem deutschen »Kasperl« sehr ähnlich), der sich nannten. Und um den Briten ihr Produkt Woche für Woche im Innenteil des Magazins auf den Seiten, die für die Cartoons reserviert waren, als Spaßfigur mit hintergründigem Humor wiederfand. Als sich dann das Satire-Magazin schnell wachsender Beliebtheit erfreute, kamen die Zigarrenmacher auf die Idee, jene Beliebtheit zu nutzen, indem sie ihre noch namenlose neue Marke nach ebendiesem Magazin benannten. Und um den Briten ihr Produkt im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen, zierte schon bald jede Kiste »Punch« eine bunte Lithografie, auf der die Titelfigur genüsslich eine Zigarre raucht, wahrend ein treuer Hund ihr zu Füßen sitzt. Umrahmt wird dieses Zufriedenheit ausstrahlende Duo von einigen Szenen aus der Zigarrenproduktion.
Noch heute ist besagte Cubierta auf all jenen Kisten angebracht, deren Inhalt die bekannten »Punchs« sind, und wie ehedem erfreuen sich diese im Aroma mittelkräftigen Zigarren einer großen Beliebtheit — und das nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit. Ein weiterer Hinweis auf die wechselvolle Geschichte der »Punch« findet sich auf den Bauchbinden der Zigarren. Und zwar ist ist dort »Manuel López« zu lesen. Unter seiner Leitung wurden die »Punchs« nämlich seit Mitte der 1880er Jahre von der Firma »Juan Valle y Cia« hergestellt, nachdem sein Bruder Fernando, Besitzer jener Firma, die Rechte an dieser Marke, die zuvor schon einmal den Besitzer gewechselt hatte, sein Eigen nennen konnte. Die oben angesprochene weltweite Präsenz bringt bisweilen etwas Verwirrung mit sich, denn nicht alle Formate weisen in allen Ländern gleiche Namen auf. Deshalb sollte beim Kauf einer »Punch« auf das Wissen eines erfahrenen Händlers zurückgegriffen werden, falls Ungereimtheiten hinsichtlich eines Formats auftauchen."
Verfasst von Dieter Wirtz aus "Das Zigarren Handbuch"

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